Pharmazie und Politik – Wechselwirkungen

Programm des Vereins demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VDPP) vom 21. Juni 2009.

I. Pharmazie und Berufsalltag


5. Berufliche Qualifizierung

 

Der VDPP hat sich stets für eine Weiterentwicklung der Approbationsordnung im Sinne einer Schwerpunktverschiebung von der Chemie zur Pharmakologie, klinischen Pharmazie, zu medizinischen Fächern und Fächern der Sozialpharmazie eingesetzt, wohl wissend, dass die naturwissenschaftliche Ausbildung die Basis der Pharmazie ist.

 

Wir begrüßen die Einführung des Faches „Klinische Pharmazie“ in die Pharmazeutische Prüfung. Wir fordern die konsequente Umsetzung an allen pharmazeutischen Instituten. Das Gleiche gilt auch für die Berücksichtigung der Toxikologie bei der Einrichtung von Lehrstühlen der Pharmakologie. Da der Prävention von Krankheiten sowie der Gesundheitsförderung in der Gesellschaft ein größerer Stellenwert beigemessen wird, fordern wir hier eine Ausweitung der Wissensvermittlung.

 

Wir vertreten weiterhin unsere Forderung nach der Abschaffung der Multiple-Choice-Prüfung, die Lexikonwissen und nicht Verständnis abprüft.

Das im Berufsleben benötigte hochspezifische Fachwissen, um u. a. auch klinische Studien kritisch beurteilen und die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung sachkundig reflektieren zu können, erfordert ein wissenschaftliches Studium an der Universität. Die Umwidmung zu einem Bachelor-Abschluss oder gar die Verlagerung der Ausbildung an Fachhochschulen lehnen wir entschieden ab.

 

Einige Themen der Sozialpharmazie werden bereits im Fach „Klinische Pharmazie“ aufgegriffen, z. B. Pharmakoepidemiologie und Pharmakoökonomie. Weitere Lehrveranstaltungen mit sozialpharmazeutischen Inhalten sollten in die Approbationsordnung aufgenommen werden.

 

Sowohl Fort- als auch Weiterbildungsveranstaltungen müssen auf hohem Niveau und unabhängig von der pharmazeutischen Industrie durchgeführt werden. Dies ist durch die Kammern sicherzustellen. Dabei dürfen Fortbildungsveranstaltungen, die von der pharmazeutischen Industrie bezahlt werden, von den Kammern nicht mit Kompetenzpunkten akkreditiert werden. Vergleichbare Anforderungen stellen wir auch an Weiterbildungsveranstaltungen. Wir halten eine spezifische Fortbildung für weitergebildete ApothekerInnen auf allen Gebieten der Weiterbildungsordnungen für notwendig. Für die Gebiete, die von einzelnen Länderkammern nicht angeboten werden können, ist die Bundesapothekerkammer gefordert. Generell sollen ReferentInnen zu Beginn ihrer Präsentationen mögliche Interessenskonflikte darlegen. Als Mitglied unterstützen wir die Arbeit von MEZIS e. V. (Mein Essen zahl ich selbst!). Den Zielen dieser ärztlichen Organisation sollten sich auch PharmazeutInnen verpflichtet fühlen.

http://www.vdpp.de

 

 

TERMINANKÜNDIGUNG

 

16. Oktober, Berlin

Regionalgruppentreffen

um 19.30h in Schöneberg

 

9. November, Berlin

VdPP-Herbstseminar

 

"Apotheke der Zukunft - wohin soll es gehen? Über neue Wege der Honorierung"

 

Anmeldung zum Seminar:

 

http://www.vdpp.de/termine/herbstseminar-2017/