Pharmazie und Politik – Wechselwirkungen

Programm des Vereins demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VDPP) vom 21. Juni 2009.

I. Pharmazie und Berufsalltag


6. Frauen und Pharmazie

 

Ein Blick in die jährlich vorgelegten ABDA-Geschäftsberichte macht es deutlich: von einer wirklichen Gleichberechtigung sind die Frauen in der Pharmazie noch weit entfernt. Obwohl 67 % der Approbierten Frauen sind, liegt der Anteil der Apothekenleiterinnen nur bei 45 %. Die Tatsache, dass über die Hälfte der approbierten Mitarbeiterinnen teilzeitbeschäftigt arbeitet, lässt die Vermutung zu, dass sich auch hier die typische Doppel- und Mehrfachbelastung der Frauen widerspiegelt. Noch krasser stellt sich das Missverhältnis der Zahlen bei einem Blick in die Standespolitik dar. In den Vorständen der ABDA, der Apothekerkammern, der Apothekerverbände und anderer Standesorganisationen sitzen fast ausschließlich Männer, obwohl in den Apotheken unter Einbeziehung aller Berufsgruppen 85 % Frauen arbeiten. Auch in der Industrie, in den Krankenhausapotheken und in Lehre und Forschung sind Frauen – insbesondere in leitenden Positionen – noch immer unterrepräsentiert.

 

Die geringe Beteiligung von Frauen wird oft pauschal mit fehlender Qualifikation und mangelnder Leistungsbereitschaft der Apothekerinnen erklärt. Dennoch hat inzwischen die von uns konsequent geführte „Quotendebatte" Bewegung in die Standespolitik gebracht. Einige Kammern bemühen sich um die verstärkte aktive Einbeziehung von Apothekerinnen.

 

Die Situation in den anderen Berufsgruppen in der Pharmazie stellt sich ähnlich dar.

Wir fordern, dass es im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit einen ausgewogenen Zugang zu Bildung, Arbeit und Ämtern bei gleicher Bezahlung für Männer und Frauen geben muss. Wir treten dafür ein, dass es keine Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes geben darf und achten sorgfältig auf die Umsetzung der bereits durchgesetzten theoretischen Rechte und Pflichten in diesem Bereich, insbesondere in pharmazeutischen Institutionen, berufsständischen Organisationen und Apotheken.

 

Insbesondere fordern wir:

  • Quotenregelung in Lehre und Forschung, im Öffentlichen Dienst und in den Standesvertretungen
  • Wahl einer Frauenbeauftragten in allen Kammern
  • Ächtung frauenfeindlicher Werbung und einer Medizin, die das Frau-Sein zur Krankheit erklärt
  • geschlechterspezifische Arzneimittelforschung und -therapie
  • Ausbildung, die von Beginn an für geschlechtsspezifische pharmakologische Fragestellungen sensibilisiert.

http://www.vdpp.de

 

 

TERMINANKÜNDIGUNG

 

17. August, Hamburg

VdPP-Regionalgruppe um 19.30 Uhr in Hamburg

 

11. September, Berlin

VdPP-Regionalgruppe um 19.30 Uhr in Schöneberg

 

15. -17. September 2017, Berlin

MEZIS, 10 Jahre MEZIS, Internationales No Free Lunch Treffen

https://www.mezis.de/events/10-jahre-mezis-internationales-no-free-lunch-treffen/