Stellungnahme des VdPP zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen

 

Hamburg, 16. Dezember - Der Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten( VdPP) ist entsetzt über die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Bundesvereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA).

 

Wir sehen uns als gemeinnütziger gesellschaftspolitisch engagierter Verein, der sich im eigenen beruflichen Umfeld seit vielen Jahren immer wieder mit diskriminierenden, ausländerfeindlichen und neonazistischen Ereignissen konfrontiert sieht, mitbetroffen. Auch viele unserer Berufskolleg*innen besonders in der Pharmazeutischen Industrie haben sich nach 1933 in enger Zusammenarbeit mit den Naziorganisationen durch Mordhandlungen, Folterungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht.

 

Heute fragen wir mit der Shoa-Überlebenden, der Vorsitzenden des Auschwitz-Komitees und Ehrenvorsitzenden der VVN-BdA Esther Bejarano (Jg. 1924): „Wohin steuert die Bundesrepublik?“ Sie stellt diese Frage in einem offenen Brief an Finanzminister Olaf Schulz, der ihr 2012 als Hamburger Bürgermeister das Große Bundesverdienstkreuz verlieh wegen ihres Jahrzehnte währenden Engagements in der VVN-BdA. Und sie fragt weiter, was gemeinnütziger sein könnte als der Kampf für das Ziel „Nie wieder Krieg -nie wieder Faschismus“.

 

Die VVN-BdA ist die älteste und größte antifaschistische Organisation in unserem Land. Ihre Gründung durch Überlebende der Konzentrationslager und NS-Verfolgten geht zurück auf das Jahr 1947. Ihre Mitglieder sehen mit großer Sorge, dass heute wieder Synagogen angegriffen und jüdische Mitbürger*innen bedroht werden, dass Todeslisten kursieren und der Rechtsextremismus zunehmend in der Mitte der Gesellschaft Wirkung zeigt.

 

Der VdPP fordert im Einklang mit vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die sofortige Rücknahme des Aberkennungsbescheids der Gemeinnützigkeit durch das Berliner Finanzamt. Wir brauchen mehr denn je die VVN-BdA als Protagonistin und Bündnispartnerin im aktuellen Kampf gegen Rechts!

 

Ingeborg Simon für den VdPP

 

Ansprechpartner:
Sabine Hensold, Pressestelle VdPP, Tel. 0163-1469696, E-Mail: presse@vdpp.de

Esther Luhmann, VdPP-Vorstandsreferentin, Tel. 0176-20839802, E-Mail: referentin@vdpp.de

 

Mehr Informationen unter www.vdpp.de

 

TERMINANKÜNDIGUNG

 

VdPP-Mitgliederversammlung: 

07. und 08. November, Bonn

 

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