Stellungnahme des Vereins demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VdPP):

 

Whistleblower schützen

 

Hamburg, 20.02.2018 - Die Vorgänge im Bottroper Skandal um gepanschte Zytostatika haben deutlich gemacht, wie wichtig es ist, dass sich Mitarbeiter aus Apotheken an eine Stelle wenden können, der gegenüber sie vertrauensvoll über Missstände in der Apotheke berichten dürfen. Insofern sind alle Bemühungen in diese Richtung unterstützenswert. Wie der Westdeutsche Rundfunk am 31. Januar 2018 berichtete, soll es bald möglich sein, dass sich Apotheken-Mitarbeiter in Westfalen-Lippe anonym an die dortige Apothekerkammer wenden können, wenn ihnen etwas verdächtig vorkomme.

 

Diese Initiative begrüßt der VdPP ausdrücklich und fordert auch die anderen Apothekerkammern auf, diesem Beispiel zu folgen. „Die berufliche Selbstverwaltung der Apothekerinnen und Apotheker muss deutlich Flagge zeigen, dass in Zukunft Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geholfen wird, wenn sie Missstände in Apotheken melden wollen“ so Bernd Rehberg vom VdPP.

Allerdings reicht es nicht aus, nur auf eine interne Regelung zu setzen. „In einem kleinen Berufsstand, wie dem der Apothekerinnen und Apotheker, kann eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter nicht sicher sein, dass die Anonymität immer gewahrt ist. Deshalb muss eine Alternative zu den Apothekerkammern vorhanden sein,“ so Rehberg. Der VdPP setzt sich deshalb dafür ein, dass auch von Apothekerorganisationen unabhängige Stellen eingerichtet werden, an die sich Whistleblower wenden können.

Ob dies staatliche Behörden sein sollen oder bspw. bei Verbraucherzentralen angesiedelte Vertrauensstellen, muss noch diskutiert werden. Wichtig ist allerdings, dass diese Stellen mit ausreichend Ressourcen ausgestattet werden, einen hohen Bekanntheitsgrad haben und möglichst geringe Hürden für das Whistleblowing bestehen.

Für solche übergreifenden Vertrauensstellen spricht auch, dass sie nicht nur für die eine Branche zur Verfügung stünden, sondern für alle Branchen im Gesundheitswesen und in der Pflege. So könnten Beobachtungen zusammengeführt und ausgewertet werden, um schnell reagieren zu können, wenn sich branchenübergreifende Missstände zeigen sollten.

 

Die jeweilige staatliche Apothekenaufsicht sollte unbedingt einbezogen werden.

 

VdPP – Vorstand

 

TERMINANKÜNDIGUNG

 

 

05. November, Berlin

Treffen der Berliner Regionalgruppe in Schöneberg, 19:30 Uhr

 

15. November, Berlin

VdPP-Herbstseminar zur INTERPROFESSIONELLEN ZUSAMMENARBEIT: Apotheke der Zukunft: Aktiv in vernetzter Versorgung

Von 19.30-21.30 Uhr

Im Ökumenischen Zentrum, Wilmersdorfer Straße 163

http://www.vdpp.de/termine/vdpp-herbstseminar-2018-aktiv-in-vernetzter-versorgung/

 

28. November, Münster

Sozialpharmazie: interprofessionelle Zusammenarbeit und Patientenorientierung. Was passiert aktuell in Australien?

http://www.vdpp.de/termine/vdpp-seminar-28-november-2018-m%C3%BCnster/

 

 

22. + 23. Juni 2019, Hamburg

30 JAHRE VdPP

 

http://www.vdpp.de