Stellungnahme des VDPP zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Apothekengesetzes

(BT-Drs. 14/756)

von Katja Lorenz

 

Die vorgesehenen Änderungen des Apothekengesetzes geben teilweise bereits praktizierten Vorgängen endlich den notwendigen rechtlichen Rahmen.

 

Im Folgenden sollen die einzelnen Punkte dahingehend betrachtet werden, ob und inwieweit sie geeignet sind, die Sicherheit in der Versorgung der Patienten zu erhöhen. Diesem Ziel muss unseres Erachtens vor allen Diskussionen über ökonomische Auswirkungen der Vorrang gegeben werden. Zumal es sich um einen Sektor handelt, in dem die Patienten ohnehin extrem belastet sind. Schnelle, unkomplizierte Verfügbarkeit der Arzneimittel, kurze Beschaffungswege und für die versorgende Apotheke eindeutige Verschreibungen sind eine große Erleichterung für alle Beteiligten.

 

Die Ergänzung von §11 zu den Zytostatikazubereitungen legalisiert praktisches Vorgehen. Eine praktikable, sichere Lösung kann auf diesem Gebiet nicht anders aussehen.

 

Versorgung von Heimen

 

Die Einfügung von §12a ist dringend erforderlich. Es ist bisher oft beobachtete illegale Praxis, dass eine Apotheke nach Rezeptsammlung durch das Heim dieses beliefert. Aber eben nur beliefert und nicht versorgt! Der nun abzuschließende Vertrag bringt Sicherheit für alle Seiten, vor allem für die Heimbewohner, weil er Beratungs- und Informationspflicht und vor allem auch eine Überprüfung der Arzneimittelbestände im Heim einschließt. Zur Ausgestaltung der inhaltlichen Seite des Vertrages ist folgendes notwendig. Dieser Vertrag sollte nur eine begrenzte Laufzeit (evtl. 2 Jahre) haben, um im Falle mehrerer nahe gelegener Apotheken kein Dauermonopol zu schaffen. Sollten sich mehrere nahe gelegene Apotheken um einen solchen Versorgungsvertrag bemühen, müssen Beratungskompetenz - gerade auch in der Klinischen Pharmazie - und Qualifikationen der Beschäftigten den Ausschlag geben. Illegale Preisnachlässe oder das Erlassen der Rezeptgebühren müssen wirkungsvoll unterbunden werden.

 

Die Neuformulierung von §14 Abs. 4 Satz 3 wird ebenfalls dazu beitragen die Patienten schneller, sicherer und vor allem richtig zu versorgen. In der Praxis der öffentlichen Apotheke gibt es mit den Verschreibungen aus KH-Ambulanzen und ähnlichen Einrichtungen mitunter Probleme, die die zeitnahe Belieferung verzögern. Wenn die Verschreibungen der Medikamente oder Medizinprodukte in Größe oder Stärke nicht eindeutig sind, ist das Nachfragen beim verschreibenden Arzt oft viel schwieriger zu bewältigen, als bei den in der Regel leicht zu erreichenden niedergelassenen Ärzten. Obwohl wir uns sehr bewusst sind, dass gerade diese Verschiebung des Versorgungsauftrages nicht unerhebliche Verluste für die öffentlichen Apotheken bedeuten, stimmen wir im Sinne einer verbesserten Betreuung der Patienten zu.

 

Bedarf nach Krankenhausentlassung

 

Die Regelung zum §14 Abs. 4 Satz 4, dass entlassenen Patienten in dringenden Fällen durch die KH-Apotheke für 3 Tage mit Medikamenten ausgestattet werden können, begrüßen wir ausdrücklich. Gerade für diese Patientengruppe, ist es in der Regel problematisch, sofort den Hausarzt bzw. die Apotheke aufzusuchen. Die Versorgung unter dem Zeitdruck eines Wochenendes o.ä., gestaltet sich auch hier bei notwendigen Nachfragen sehr schwierig. Außerdem erhalten die Patienten in den Kliniken bisher oft Privatrezepte für den Bedarf der ersten Tage. Diese Verschreibungen werden dann Tage später vom Hausarzt in Kassenrezepte umgeschrieben und müssen dann wiederum in die Apotheke zur Rückzahlung gebracht werden. Die Neuregelung ist eine große Erleichterung für die oft noch bettlägrigen Patienten. Sie ist jedoch streng auf 3 Tage zu beschränken und muss wirklich dringenden Fällen vorbehalten bleiben, um die klar bestehende und sich gut bewährende Funktionsteilung zwischen öffentlicher und KH-(versorgender) Apotheke zu gewährleisten.

 

Gegen die Aufnahme der dauernd ärztlich geleiteten Pflegeheime und der Rettungsdienste in §14 Abs. 6 Satz 2 ist nichts einzuwenden.

 

Wir erwarten für alle Änderungen im Gesetz eine Gleichstellung von KH- und KH-versorgender Apotheke. Aus unserer Sicht gibt es keine qualitativen Unterschiede und deshalb keinen Grund, den krankenhausversorgenden Apotheken den Zugang zu bestimmten Gebieten zu verweigern.

 


http://www.vdpp.de

 

 

TERMINANKÜNDIGUNG

 

 

24.-25. Juni 2017, Wernigerode

VdPP-Mitgliederversammlung

"Apotheke der Zukunft"

World Café am Samstag, 24.06 von 14-17.30 Uhr

Anmeldung unter: http://www.vdpp.de/termine/mv-2017/

 

 

15. -17. September 2017, Berlin

MEZIS, 10 Jahre MEZIS, Internationales No Free Lunch Treffen

https://www.mezis.de/events/10-jahre-mezis-internationales-no-free-lunch-treffen/